Exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI) beim Hund

(Bauchspeicheldrüsenerkrankungen im Vormarsch)

 

Die Exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI) beim Hund ist eine Erkrankung des exokrinen Pankreasabschnittes und hat eine mangelnde Produktion der Verdauungsenzyme zur Folge.

 

Leitsymptome der exokrinen Pankreasinsuffizienz (EPI):

– wiederkehrender Durchfall

– unverdaute Nahrungsbestandteile im Kot

– schaumiger Kot nach kohlenhydratreicher Fütterung

– heller, aufgedunsener Kot nach fettreicher Nahrung

– Fettstuhl

– zum Teil Kotfressen (Koprophagie)

– Blähungen

– Gewichtsverlust trotz großem Appetit

( wenn EPI durch Pankreatitis entstanden ist, dann zeigen die Hunde oft Appetitlosigkeit und Erbrechen)

– Absetzen sehr großer Kotmengen, bis zu 8x täglich

– Leistungminderung

– struppiges Haarkleid, Haarausfall, Schuppen

– Gerinnungsstörungen durch einen Mangel an Vitamin K (ersichtlich durch Blutergüsse unter der Haut)

 

Ursachen der EPI:

– genetische Prädisposition

– eine mechanische Einengung des Ausfuhrganges führt zu einem Rückstau des Sekretes der Bauchspeicheldrüse und somit zur fehlenden Absonderung

– durch eine Pankreatitis kommt es zur Durchblutungsstörung und somit zum Absterben von Drüsengewebe -> verminderte Enzymaktivität

– durch Narbenbildung im Zwölffingerdarm (nach Entzündungen, Würmern oder Tumoren)

– beim deutschen Schäferhund als Erbkrankheit

– lymphozytäre Entzündung

– Idiopathische Erkrankungen (Erkrankungen ohne Ursache) zerstören die Azinuszellen (Drüsenbeere, in dem das Bauchspeicheldrüsen-Sekret produziert wird) der Bauchspeicheldrüse

 

Diagnosenstellung der exokrinen Pankreasinsuffizienz (EPI) beim Hund:

– ausführliche Anamnese und Allgemeinuntersuchung

– Kotuntersuchung mit der Bestimmung von Pankreasenzymen

– Absorptionstests

– Blutuntersuchung, TLI-Test, Polsäure, B12

– Biopsie

 

Maßnahmen bei einer exokrinen Pankreasinsuffizienz (EPI):

– oral zu den Mahlzeiten werden Verdauungsenzyme verabreicht

– ggf. Vitamin B12 per Injektion (orale Gabe hat wenig Sinn, da bei EPI die Resorption im Darm gestört ist)

– Gabe von Zink (über Fleisch, Leber und Eier) oder per Zusatz

– Zinkmangel führt zu Hauterkrankungen, Pigmentstörungen und Störungen des Immunsystems

– Zink unterstützt auch die Leber, die Nieren und das Lymphsystem

– Schüssel Salze (durch einen THP verordnet) können den Säure-Basen-Haushält regulieren

– fettlösliche Vitamine (Vitamin A, D, E, K) – da Fettverdauung gestört ist

– Darmaufbau

 

 Ernährung bei EPI:

– Futter muss hochverdaulich sein

– idealerweise verteilt sich das Essen auf drei Mahlzeiten am Tag

– gehackte Pankreas füttern (30-100 g / Tag)

– Futter sollte gewollt sein

– weiche Karotten mit Kartoffelbrei als Möglichkeit

– sehr langes Kochen der Möhren sorgt dafür, dass Oligogalakturonsäure freigesetzt wird, welche den Darm besetzen und somit Durchfallerreger daran hindern, am darum anzudocken

– Proteinreich aber bindegewebsarm

– mageres Fleisch (mageres Rind, Geflügel, Lamm)

– weich gekochte Kohlenhydrate

– essentielle Fettsäuren über Leinöl, Sojaöl, Fischöl oder Hanföl

 

Die Exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI) ist nicht heilbar, jedoch kann der Hund ein relativ normales Leben führen, wenn man den Hund im Gesamten betrachtet und die Gewohnheiten an die Erkrankung anpasst.

Gerne erstelle ich mit Ihnen gemeinsam einen Ernährungsplan, individuell für Ihren Hund.

 

Ihre Tierheilpraktikerin