Die Futtermittelallergie – Wie Futter den Hund krank macht

Oftmals fällt es gar nicht sofort auf, sondern schleicht sich so in den Alltag hinein. Erst kratzt der Hund sich nur am Ohr, später bekommt er auch noch so komisch juckende Stellen an den Pfoten. Manchmal sind diese schon wund gekratzt oder nässen ganz furchtbar.

Ein Gang zum Tierarzt und mit einem Cortison-Antibiotikum-Präparat ist erst einmal alles wieder gut. Dem Hund geht es nach wenigen Tagen schon besser und der Halter scheint zufrieden zu sein.

Aber nach nur kurzer Zeit geht das ganze Spiel von vorne los, nun sogar noch etwas schlimmer als zuvor. Die Erklärung ist einfach: Durch die Cortison-Antibiotika-Gabe wurde lediglich das Symptom behandelt, jedoch nicht die Ursache. Zudem wurde durch diese Medikamentenkombination das Immunsystem ausgeschaltet. Es konnte also nicht weiter dafür sorgen, dass der Körper seine Selbstheilungskräfte aktiviert. Weiteres hat das Antibiotikum mit aller Wahrscheinlichkeit auch noch einen Großteil der „guten“ Bakterien im Körper, vor allem im Darm getötet, die nun ebenso fehlen. Deshalb kann es passieren, dass die Entzündungen und das starke Jucken gleich doppelt und dreifach zurück kommen.

Die Naturheilkunde betrachtet, anders als die Schulmedizin, den tierischen Körper im Ganzen. Hier wird nach den Ursachen geschaut, um diese auszuschalten. Dazu muss man sich das Tier mit all seinen Facetten anschauen. Eine ausführliche Anamnese bleibt hier oftmals nicht aus.

Wie kommt es im Körper zu einer Futtermittelallergie?

Eine Futtermittelallergie ist eine Überreaktion des Immunsystems. Sie kann in jedem Hunde-Alter vorkommen, tritt jedoch gehäuft schon in den ersten Lebensjahren auf. Sie geht meist mit Hautreaktionen und Durchfall einher.
Auslöser für solch eine Allergie sind bestimmte Proteine (Eiweiße), die im Futter enthalten sind. Der Darm eines gesunden Hundes toleriert diese Form der Eiweiße und keine Reaktion passiert. Eine Allergie kann auch dann bei einem Hund auftreten, wenn dieser das Futter schon Jahre bekommen hat, da hier das Immunsystem ursächlich ist, weniger das Futter. Unterscheiden sollte man zudem von einer Futtermittelunverträglichkeit. Diese Intoleranzen haben eher weniger mit dem Immunsystem zu tun.

Da die Allergie ihren Ursprung im Darm des Hundes hat, sind Symptome wie Durchfall und Blähungen keine Seltenheit. Heute weiß man auch, dass im Körper der Darm und die Haut Gegenspieler sind, demnach spiegelt die Haut die Allergien ebenso wieder. Die Hunde entwickeln eine allergische Hautentzündung, welche meist an den Pfoten, im Gesicht, unter den Achseln und in der Leistengegend zu finden sind.

Warum werden die Allergien bei dem Tier immer mehr?

Die Immunabwehr läuft auf Hochtouren, eine enorme Histaminausschüttung findet statt. Durch dieses weiterhin übermäßig arbeitende Immunsystem und den bereits gereizten Darm und die geschädigte Haut, beginnt der Körper, weitere, sonst normale, Stoffe „falsch zu codieren“ und sieht diese ebenso als Fremdkörper an und versucht dagegen anzukämpfen.

Das Immunsystem muss nun „neu codiert“ werden.

Wie aber soll man das anstellen? Kann eine Allergie wirklich wieder verschwinden?
Entgegen vieler Tierarzt-Meinungen: Ja, sie kann!

Um erst einmal heraus zu finden, um welche Allergie es sich handelt, muss eine umfassende Anamnese mit Untersuchung durchgeführt werden. Hierfür kann man gerne bis zu 3 Stunden einplanen. Hier werden viele Fragen beantwortet, rund um den Hund und Halter. Dabei kann entschieden werden, ob es sich um eine atopische Dermatitis, Flohbissallergie oder eine Form der Futtermittelunverträglichkeit handelt.
Allergietest per Blutuntersuchung werden gerne und oft empfohlen, sind jedoch nur gering aussagekräftig.

Welche Stellen sind bei Futtermittelallergien oft betroffen?

Ohren: sie sind entzündet, haben Ausfluss, Juckreiz, Pusteln oder verlieren das Fell
Haut: juckende Läsionen, große Wunden haben einen unangenehmen, fauligen Geruch, Geschwüre, Pusteln, Hund reagiert empfindlich auf Berührungen
Pfoten: sehr oft sind Pfoten betroffen, diese werden intensiv geleckt und gekaut, bis sie bluten
Kopf/Gesicht: Ausfluss am Nasenausgang, Rötungen und Schwellungen im Fang, Rachen und Zunge
Fell: später ist Allergie übers Fell sichtbar, Fell geht aus
Darm: Durchfall und Blähungen, starkes Unwohlsein

Welche Stoffe lösen eine Futtermittelallergie aus?

Man unterscheidet hier in zwei Formen der Allergie. Bei der Typ A – Allergie reagiert das überschießende Immunsystem auf einen Hauptstoff. Das nennt man auch „primäre Futtermittelallergie“. Diese ist jedoch recht selten.
Häufiger findet man den Typ B – Allergiker. Bei dieser sekundären Futtermittelallergie reagiert der Körper des Tieres auf entweder minderwertige Futterkomponenten oder aber auch auf Zusatzstoffe (Geruchs-, Lock-, Aromastoffe). Während minderwertige Futter Allergie auslösend sind, reagieren Tiere bei hochwertigem Futter auf die Zusatzstoffe. Man kann also nicht sagen, dass hochwertiges Futter ein Garant für Allergiefreiheit ist.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass Futter, welche reich an Zusatzstoffen, von minderer Qualität oder reich an Kohlenhydraten sowie Proteinen ist, oftmals zu einer Allergie führen kann. Hier reden wir von Rindfleisch, Milchprodukten, Sojaprodukten, Fisch, Schwein, Lamm, Ei und Getreide sowie Lock-, Farb-, Konservierungs- und Geschmacksstoffe.

Viele herkömmliche Futtersorten sind mit sehr viel Getreide und demnach wenig Fleischanteil ausgestattet. Hunde sind keine Rehe geworden, welche die Getreideähren genüsslich von den Wiesen und Felder naschen. Getreidehaltiges Futter hat lediglich für den Hersteller einen tollen Effekt – Er bringt viel Geld ein, da Getreide in der Verarbeitung wesentlich günstiger ist.

Was also tun, wenn es heißt: Futtermittelallergie?

Wie oben schon erwähnt, sich diese Bluttest zum Ausschluss von Allergien eher unseriös, da sie bis heute keine einheitlichen Werte abliefern.
Man kann dem Hund dennoch helfen, wenn es nicht wie so oft an der Inkonsequenz der Halter scheitern würde. Ein lieber Blick vom Hund und die Therapie ist für einen kurzen Moment vergessen.
Dabei sollte der Halter bei einer Eliminationsdiät lediglich 8-10 Wochen durchhalten, dem Hund zuliebe. Hierbei bekommt das Tier eine Fleischsorte, die er zuvor noch nie bekommen hat. Oftmals muss man hier zu Exoten greifen, da Herrchen gerne alles verfüttert hat, was ihm in die Finger kam. Bei der Wahl des Futters hilft ein Tierheilpraktiker immer gerne dabei.
Bei der Diät betrifft das nicht nur die Hauptmahlzeiten, sondern auch die Leckerlies oder Belohnungen für ein gutes Training.
Keine Sorge, auch bei einer Eliminationsdiät muss es nicht zu einer Mangelernährung kommen. Man kann oft viele Dinge eines Tieres verfüttert und Hunde können Ausfälle lange genug kompensieren.

Allein nur Diät reicht jedoch nicht, wenn bereits starke Hautläsionen vorhanden sind. Diese werden parallel zur Diät naturheilkundlich behandelt. Allergieanzeichen können noch bis zu 3 Monate anhalten. Hat sich die Allergie zurück gebildet und sind die Wunden verheilt, so kann der Provokationstest durchgeführt werden. Nun werden einzeln früher eingesetzte Futtermittel wieder hinzu gefügt. Wichtig ist hierbei, nicht mehrere Futter beizumischen, sondern über einige Tage nur eine Sorte, um eine Reaktion abwarten zu können.

Den Haltern sei es immer wieder geraten, nicht selber an ihrem Hund herum zu doktern, wenn ein Juckreiz oder Pusteln auffällig werden. Eine Allergie arbeitet nach dem Multiplikationseffekt – Während am Anfang kaum etwas zu erkennen ist, reagiert der Körper nur nach kurzer Zeit immer mehr und immer heftiger auf zunehmend viele Stoffe. Das ist unnötig Qual für das Tier und je länger es dauert, umso schwieriger ist die Behandlung.

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