Irrtümer rund um den Hund

 

Hier möchte ich eine kleine Aufklärung rund um die Irrtümer eines Hundes posten. Vielleicht ist für den Ein oder Anderen etwas dabei

Irrtum Nr. 1
WELPENSCHUTZ

Es ist wirklich schade, aber es gibt ihn nicht!!! Welpen genießen eine gewisse Toleranz in ihrer eigenen Hundefamilie, jedoch NICHT bei fremden Hunden. Also passt bitte auf eure Welpen auf und vertraut nicht auf solche Irrtümer.

 

Irrtum Nr. 2
SCHLECHTES GEWISSEN

Auch hier ist die Enttäuschung bei einigen sicherlich groß. Hunde haben kein schlechtes Gewissen, wenn Herrchen nach Hause kommt und sehen muss, wie der kleine Schatz die Schuhe zerlegt, die Tapete entfernt und alle Kabelagen durchgebissen hat. Nun fragt ihr euch: Aber warum duckt sich der Hund und wandert ab in die letzte Ecke?
—Nun ja, es ist ganz einfach: Ihr seht das Chaos, in euch entwickelt sich ein Gefühl (meistens kein Gutes) und dieses Gefühl spürt der Hund und möchte beschwichtigen. Möglich ist es aber auch, dass es nicht das erste Mal ist, dass Ihr mit solch einem Gefühl nach Hause kommt… Euer Hund versucht nur, zu erwartende Unannehmlichkeiten zu verhindern.
Er weiß nicht, was er getan hat – haltet euch das bitte immer vor Augen! Wenn Ihr euren Hund jetzt bestraft, verbindet er die Bestrafung mit eurer Ankunft.

 

Irrtum Nr. 3
MEIN HUND IST DOMINANT UND DESHALB ZEIG ICH IHM, WO ES LANG GEHT

„Dominanz“ wird bei Hundehaltern gerne gebraucht, wenn es um „Hundeprobleme“ geht. Neueste Beobachtungen an freilebenden Wölfen zeigen, dass diese kaum um ihren Rang „kämpfen“. Des Weiteren zeigen Forschungen bei frei lebenden Straßenhunden, dass diese ebenso kein Rudel mit Hierarchie bilden, wenn ihre Ressourcen (Wasser, Futter, Liegeplätze) zur Verfügung stehen. Nimmt man ihm die gewohnten und benötigten Ressourcen einfach weg, wird er womöglich ein aggressiven Verhalten zeigen, um diese zu verteidigen. Ähnlich verhält es sich mit dem Hund auf dem Sofa: Durfte der Hunde Monate oder gar Jahre das Sofa als seinen Schlafplatz nutzen (seine Ressource) und auf einmal soll er da weg – wird er womöglich SEINEN Schlafplatz verteidigen, was jedoch nichts mit Dominanz zu tun hat.
Schafft eurem Hund eine feste Struktur, in welcher er sich seine Ressourcen wählen kann. Dann fühlt er sich wohl und kann in seinem Rahmen frei verfügen.

 

Irrtum Nr. 4
MEIN HUND TUT DINGE, UM MICH ZU ÄRGERN

Ihr habt mit eurem Hund zu Hause ganz toll das „Sitz“ und „Platz“ gelernt und er zeigt es euch, wann immer ihr es wollt. Nun seid ihr mit dem Hund bei Freunden zu Besuch und wollt es stolz demonstrieren. Was passiert? Euer Hund macht es nicht und bleibt scheinbar stur an seinem Fleck. Warum?

—Hunde lernen situations- und ortsbezogen. Sie speichern die gesamte Umgebung ab, welche sie mit der Übung verknüpfen. Der Hund muss durch vielerlei Üben an verschiedenen Plätzen in unterschiedlichen Situationen, dass das Signal „Sitz“ das Selbe wie zu Hause ist. Das nennt man Generalisieren. Bei manchen Hunden geht das schneller, bei anderen dauert es länger. Forschungen haben gezeigt, dass ein Hund eine Übung teilweise bis zu 5000 mal in unterschiedlichen Situationen machen muss,um sie wirklich richtig zu beherrschen.

 

Irrtum Nr. 5
SCHWANZWEDELN = FREUDE

So süß es auch sein würde, aber der Hund freut sich NICHT immer, wenn der Schwanz wackelt. Grundsätzlich gilt, dass Schwanzwedeln Aufregung und Handlungsbereitschaft bedeutet. Die Ursachen können neben Freude auch Anspannung, Angst, Unsicherheit oder Imponieren.

 

Irrtum Nr. 6
NACKENSCHÜTTELN IST HUNDEGERECHT

Nein! Der Nackengriff / Nackenschütteln sollte bei einem Welpen NICHT angewendet werden. Es gibt nur zwei Gründe, wann der Nackengriff in der Welt der Hunde und Wölfe greift: Die Mutterhündin muss ihre Welpen in Sicherheit bringen und nimmt sie (jedoch schmerzfrei) am Nacken, um sie an einen sicheren Platz zu legen. Möglichkeit zwei wäre ein aggressives Verhalten mit dem Ziel der Beschädigung — dem Töten der Beute bzw. des Gegners.
Bitte packt eure Hunde nicht am Nacken, ihr könnt damit gerade bei Welpen, Verletzungen der Halswirbelsäule hervorrufen. Auch wenn manche Menschen meinen, dies vorsichtig zu tun – so nehmt eure Hunde doch gleich gefahrloser auf den Arm, um auf Nummer sicher zu gehen.

 

Irrtum Nr. 7
HUNDE UND KATZEN VERSTEHEN SICH NICHT

Da weiß ich aus eigener Erfahrung – dem ist nicht so
Sicherlich haben Katzen und Hunde ihre eigene Sprache, jedoch können auch diese gemeinsam tolle Freunde werden, wenn die ersten Sprachprobleme überwunden sind und jeder vom anderen weiß, was gemeint ist.

 

So, das war es erst einmal von meiner Seite.
Weitere Irrtümer folgen sicherlich bald.

Liebe Grüße