Stress bei Hunden

Noch nie gab es so viele Verhaltensauffälligkeiten bei Hunden wie in den letzten Jahren. Die Anforderungen an die Hunde durch ihre Besitzer werden immer höher. Heutzutage sollen Hunde bis zu neun oder zehn Stunden alleine sein, dürfen nur noch kleine Runden um den Häuserblock drehen, werden ohne Vorbereitung einfach mit fremden Hunden zusammen getan und sollen sich auf Anhieb vertragen und im Anschluss uns in ein Einkaufszentrum begleiten, wo sie natürlich artig im „Beifuß“ ruhig mitzulaufen haben. Selbstverständlich erwarten wir von unseren Hunden drei Stunden in einem Cafe neben unseren Füßen zu liegen, da wir uns mit einer Freundin treffen, die wir lange nicht gesehen haben. Eventuell mögen wir auch viele Menschen und laden sie täglich zu uns nach Hause ein und empfinden es als völlig normal, dass jeder Besuch unseren Hund „begrabbelt“.
Unsere heutigen Hunde haben chronischen Stress. Kein Wunder, dass die Erkrankungen wie Hautprobleme, Allergien, Entzündungen und Magen-Darmerkrankungen immer und häufiger wiederkehren. Der Hundekörper kann all dies nicht mehr kompensieren. Wie auch, denn unsere Hunde kommen nicht mehr zur Ruhe und dürfen auch oftmals nicht mehr in Ruhe Hund sein.

 
Gründe für Stress:
– Hunger und Durst
– Hitze und Kälte
– Ungewissheit
– unberechenbare Bezugspersonen
– unberechenbare Artgenossen
– Gewitter, Lärm
– Bedrohliches
– Innere Konflikte (Hund wird vom Herrchen gerufen, jedoch Hindernis im Weg)
– Trennung vom Rudel, Trennung von Personen die man liebt
– Zu wenig Schlaf, zu wenig Entspannung
– wenig oder keine Rückzugsmöglichkeiten
– sich nicht lösen können
– Angst, nicht mitkommen zu dürfen (Urlaub, Ausflug)
– ungewollte Berührungen
– Enger Raum, wenig Platz
– neue Bezugspersonen, neue Familienmitglieder
– Strafen
– Tierarztbesuche
– plötzliche Veränderungen im Tagesablauf
– Umzug / Reisen
– Kommunikationsprobleme mit Artgenossen
– zu langes Spiel mit anderen Hunden
– angeschrien werden, Ziehen an der Leine
– Streit in der Familie
– Krankheit und/oder Schmerzen
– ungewollte Dinge (Auto fahren, Bahn fahren)
– fremde Leute / Besucher
– Stimmungsübertragung (Herrchen ist gestresst)

 
Was passiert, wenn der Hund Stress hat????
– der Adrenalinspiegel steigt
– der Blutdruck steigt
– innerhalb weniger Minuten werden Unmengen an Cortisol und AFH ausgeschüttet
– Cortisol braucht bis zu 6 Tage, um sich wieder abzubauen
– ADH regelt den Wasserhaushalt – demnach müssen Hunde mehr Wasser lassen
Wer seinen Hund (gerade Allein-gelassene) dann noch dafür bestraft, löst noch mehr Stress aus. Der Hund kann stressbedingtes Wasserlassen nicht steuern.
Hat der Hund jeden Tag Stress, so wird sich sein Cortisol nicht abbauen können. Der Körper reagiert auf Kurz oder Lang mit sichtbaren Erkrankungen.
Da ebenso bei Stress mehr Magensäure produziert wird, erhöht sich dadurch auch die Durchfallgefahr.

 
Was sind die Folgen von chronischem Stress?
– leichte Reizbarkeit
– Ärger und Wut
– Unruhe
– Unberechenbarkeit
– Rückzug
– Jammern und Jaulen
– verminderte Immunabwehr
– fehlende Konzentration
– Verwirrtheit
– Kopfschmerzen und Muskelverspannungen
– Magen-Darm-Probleme
– schlechtes Gefühl wird sich irgendwann entladen
– Hauterkrankungen
Wie erkennt man Stress beim Hund?
vermehrter Durst
Zähne klappern
Speicheln
Hecheln
Aufreiten
erhöhter Harnabsatz
Probleme in der Läufigkeit
Hautprobleme
Empfindlichkeit auf Geräusche
Fressunlust / vermehrter Hunger
stumpfes Fell / Schuppen
extremes Wedeln
Penis ausschachten
Schütteln
Leine beißen
stereotypes Verhalten bei chronischem Stress (exzessives Lecken, Schwanz fangen)
erhöhte Aggressivität
Angst
erlernte Signale „vergessen“
Körpergeruch,. Mundgeruch
Wundbeißen
übertriebene Fellpflege
Probleme mit den Analdrüsen
Verspanntheit
Veränderung der Augenfarbe
Zungenverfärbung
All die oben genannten Dinge können auch andere Ursachen haben, jedoch sollte bei einer Auffälligkeit mal genauer hingesehen werden.

 
Was tun Sie nun bei Stress?
– Gründe erkennen und beheben
– Massagen, Tellington Touch
– Homöopathische Medikamente
– selber Ruhe ausstrahlen
– Desensibilisierung
– positive Gefühle vermitteln
– Selbstbewusstsein des Hundes stärken
– bei Hunden, die Stress durch Turniere haben, sollten nach den Turnieren einige Tage Ruhe bekommen, damit das Cortisol herunterfahren kann
– den Hund nicht noch unnötig durch Lärm, Tobereien oder Nervosität weiter pushen

 
Erfahrungsgemäß sind auch Hunde chronisch gestresst, mit denen die Halter exzessiv Bällchen werfen, Stöckchen spielen etc. Auch hier kommen Stress-Symptome zum Tragen, welche zu weiteren Erkrankungen führen.
Hundehalter sollten sich bewusst sein, dass 80 % aller Erkrankungen eine Folge von chronischen Stress bei ihrem Hund sind.
Gehen Sie einmal in sich und schauen, wie es Ihnen geht, wenn Sie über Wochen Stress haben.

 
Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.
Eure Tierheilpraxis